Viele ältere Menschen befürchten, im hohen Alter einen Grossteil oder sogar das ganze Vermögen für das Altersheim und die Pflege aufzubrauchen. Für die Erben bleibt dann wenig oder nichts mehr übrig. Deshalb wird in den Familien oft überlegt, das Haus oder andere Vermögenswerte zu Lebzeiten auf die Kinder zu übertragen.

Oft 8‘000 bis 10‘000 Franken

Für Pflegebedürftige betragen die monatlichen Kosten oft 8’000 bis 10’000 Franken. Diese können mit den Renten aus der AHV und der Pensionskasse in den meisten Fällen nicht gedeckt werden: Es braucht einen Zustupf aus dem Vermögen.

Ergänzungsleistungen

Wenn die Renten, das übrige Einkommen und das Vermögen die Ausgaben nicht decken, besteht ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Laut Gesetz wird das Vermögen in die Ergänzungsleistungs-Berechnung einbezogen. Zum Vermögen zählt auch das verschenkte Vermögen, abzüglich 10‘000 Franken pro Jahr seit dem Verzichtszeitpunkt. Ergo: Zu Lebzeiten verschenktes Vermögen kürzt den Anspruch auf Ergänzungsleistungen – oder verhindert diese vollumfänglich.

Sozialhilfe

Wenn Rente und Ergänzungsleistungen für Heim und Pflege nicht reichen und kein Vermögen vorhanden ist, muss die Gemeinde über die Sozialhilfe einspringen. Oder: Man wird ein Fürsorgefall!

Verwandtenunterstützung

Die Gemeinde ist berechtigt, die von ihr bezahlte Sozialhilfe über die Verwandtenunterstützung bei den Kindern einzufordern. Dafür muss geprüft werden, ob die Kinder in finanziell günstigen Verhältnissen leben. Gemäss der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) soll die Unterstützungspflicht bei Personen abgeklärt werden, welche ein steuerbares Einkommen von mehr als 120’000 Franken bei Einzelpersonen und 180’000 bei Ehepaaren erzielen. Zudem kann ein Vermögen oder Grundeigentum von erheblichem Wert Verwandtenunterstützung auslösen.

Was zu bedenken ist!

Das Überschreiben des ganzen Vermögens auf die Kinder kann bei längerer Krankheit und Pflegebedürftigkeit zu einer Abhängigkeit von der Fürsorge führen. Dies dürfte für die Betroffenen unangenehm sein, werden dadurch doch nur die Mindestleistungen bezahlt. Und: Befinden sich die Nachkommen in finanziell günstigen Verhältnissen, werden sie den Eltern gegenüber unterstützungspflichtig.

(Bericht aus: FICON Financial Products)