Grundsätzlich ist sowohl ein Vorbezug aus der Pensionskasse (2. Säule) als auch aus der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) zum Erwerb von Wohneigentum möglich. Das gilt für die Erstellung von Wohneigentum, die Beteiligung an Wohneigentum wie auch die Rückzahlung von Hypothekardarlehen; aus der beruflichen Vorsorge darf jedoch gleichzeitig nur ein Objekt finanziert werden. Wohneigentum ist mit Eigenbedarf gleichzusetzen, also Nutzung des Objekts durch die versicherte Person an ihrem Wohnsitz oder an ihrem gewöhnlichen Aufenthaltsort. Zulässige Objekte sind eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus, sei es zu Eigentum, Miteigentum oder in selbständigem und dauerndem Baurecht. Bis zum Alter 50 ist die Höhe des Bezugs auf den vorhandenen Freizügigkeitsanspruch begrenzt. Der Bezug ist bis drei Jahre vor Entstehung des Anspruchs auf Altersleistungen möglich und muss mindestens CHF 20’000 betragen. Weitere Bezüge sind frühestens nach 5 Jahren möglich. Die Vorsorgeeinrichtungen haben die Möglichkeit, im Reglement die Auszahlung bis 6 Monate nach Einreichung des Bezugsgesuchs aufzuschieben.

Folgen eines Kapitalbezugs beachten

Bei einem Bezug ist zu beachten, dass sich damit die Altersleistungen und oft auch die Hinterlassenen- und Invaliditätsleistungen – je nach den Bestimmungen des Reglements – vermindern. Bei verheirateten oder in eingetragener Partnerschaft lebenden Personen ist der Bezug zudem nur mit schriftlicher Zustimmung des Partners möglich. Im Todesfall muss der Vorbezug der Vorsorgeeinrichtung der zweiten Säule zurückerstattet werden oder er wird mit fälligen Todesfallleistungen verrechnet. Und schliesslich darf nicht vergessen werden, dass Vorbezüge als Kapitalleistungen aus Vorsorge zu versteuern sind. Eine Alternative zum Bezug ergibt sich aus der Möglichkeit, den Anspruch auf Vorsorgeleistungen oder einen Betrag bis zur Höhe der Feizügigkeitsleistung zu verpfänden – beispielsweise gegenüber einer Bank als Sicherheit für einen mit entsprechend günstigeren Konditionen ausgestatteten Hypothekarkredit.

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